Fernsehratgeber – Blicken Sie durch beim Fernsehkauf!

Fast jeder zweite deutsche Haushalt hat seinen Röhrenfernseher bereits durch einen Flachbildschirm ersetzt. Vor dem Neukauf sollte man sich Gedanken machen, welche Eigenschaften der neue Fernseher haben soll, denn es gibt große Unterschiede. Soll es beispielsweise ein Plasma-, LED- oder LCD-Fernseher sein? Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Auch entscheidend ist die Ausstattung ihres neuen Fernsehers. Mit den heutigen Geräten kann man schließlich nicht nur fernsehen, sondern sich auch Apps herunter laden, um zum Beispiel Filme zu Streamen oder im Internet zu surfen.

Der Bildschirm und die Auflösung

Ob Plasma, LCD oder LED gilt: Die Auflösung des Displays (also des Bildschirmes) entscheidet maßgeblich über die Bildqualität. Hierbei sollte die Größe des Displays, die Auflösung, die Lichtverhältnisse, der Blickwinkel und der Aufstellungsort aufeinander abgestimmt werden.
Bei LCD-Fernsehern werden Flüssigkeitskristalle genutzt, um das Bild darzustellen. In älteren Geräten sorgt hierbei eine Leuchtstoffröhre für die Hintergrundbeleuchtung, die dann Pixel anstrahlt.
Bei LED-Fernsehern (LED’s = Leuchtdioden) wird entweder wie bei den LCD-Fernsehern auf Hintergrundbeleuchtung gesetzt (Full-LED-TV), oder von der Seite verwendet (Edge-LED-TV).
Bei Plasma-Fernsehern werden die Bilder mit Hilfe von in Leuchtmitteln befindlichem Gas erzeugt. Durch eine elektrische Entladung beginnt das Gas also zu leuchten. Leider wird es zunehmend schwieriger, überhaupt noch einen Plasma-Fernseher zu bekommen, da innzwischen sich die meisten Hersteller (zuletzt Panasonic) aus der Produktion von Plasma-Fernsehern zurückziehen. Plasma-Geräte werden derzeit nur noch von Samsung und LG verbaut. Bei denen ist aber Vorsicht geboten, denn einige Modell haben weder eine Full-HD-Auflösung, noch marktübliche Schnittstellen (HDMI, USB, CI+ usw.).

LCD- und LED-Fernseher können bei hellem Umgebungslicht Bilder besser darstellen als Plasma-Fernseher. Das ist ein besonderer Vorteil im Tageslicht. Dafür spielen Plasma-Fernseher in dunklem Umgebungslicht (wie z.B. in der Nacht) ihre Vorteile aus und sorgen dann für eine bessere Bilddarstellung.

Unser Tipp:

  • Achten Sie bei ihrem Fernseher auf eine „echte Bildwiederholrate“ von mindestens 100 Hertz. So werden bei schnellen Bildbewegungen in Actionfilmen oder bei Sportsendungen Unschärfe verhindert. Viele Hersteller bieten inzwischen auch bis zu 200 Hertz an. Das ist für den normalen Zuschauer aber kein „must have“, denn im normalen Fernsehprogramm ist der Unterschied kaum zu bemerken. Einige Hersteller tricksen bei der Bildwiederholrate, in dem sie diese durch Hinzunahme mehrerer Messwerte einfach zusammen addieren. Achten Sie daher auf die Angaben der echten Bildwiederholrate.
  • Bei der Bildschirmgröße und der richtigen Ausrichtung gibt es eine Faustregel: Bei analogen und digitalen Signalen sollte der Sitzabstand zum Fernseher das Drei- bis Vierfache der Bilddiagonale betragen. Bei HDTV sollte der Sitzabstand zum Fernseher das Doppelte der Bilddiagonale betragen.

Die Anschlüsse und der Fernsehempfang

Auf dem Sendermarkt werden immer mehr digitale Programme propagiert. Auch auf dem Fernsehmarkt gibt es eine Vielzahl von zusätzlichen Geräten und Funktionen, die Sie über spezielle Anschlüsse an ihren neuen Fernseher anschließen können. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, möchten wir Ihnen die wichtigsten kurz nennen.
Den klassischen Analoganschluss brauchen Sie dann, wenn an Ihren Fernseher ältere Geräte angeschlossen werden sollen. Hierzu zählen unter anderem der Scart-Anschluss, der S-Video-Anschluss, YUV oder Anschlüsse für alte VHS-Videorecorder, alte DVD-Player, Video-Kameras und so weiter.

Um Ihren Fernseher an ihrem PC oder Laptop anzuschließen, benötigen Sie je nach PC oder Laptop einen VGA- oder DVI-Anschluss.
Immer wichtiger wird heutzutage der HDMI-Anschluss. Mit diesem werden neuere DVD-Player, Blu-ray-Player sowie Camcorder, Kameras oder Konsolen wie die Play-Station mit dem Fernseher verbunden.

Unser Tipp:

  • Achten Sie auf ausreichend Steckplätze für Ihre Geräte. Für HDMI, aber auch noch SCART sollten mindestens 2 Anschlüsse vorhanden sein.
  • Für den Anschluss von Surround-Analgen, achten Sie auf einen verfügbaren optischen und auch elektrischen S/P-DIF-Anschluss.
  • Wenn Sie Kopfhörer verwenden wollen, um z.B. ihren Action-Film in voller Lautstärke zu hören, ohne dabei den Nachbarn zu stören, sollte der Kopfhöreranschluss möglichst günstig liegen und die Lautstärke sollte unabhängig von den integrierten Lautsprechern einstellbar sein.

Genauso wichtig wie die Anschlüsse für ihre externen Geräte, ist die Frage des Fernsehempfanges. Von diesem hängt nämlich ab mit welchem Empfangsteile, auch Tuner genannt, ihr Fernseher ausgestattet sein sollte.

DVB-T („Digital Video Broadcasting – Terrestrisch“) wird über eine Zimmerantenne, oder eine am Haus installierte Dachantenne empfangen.

DVB-C („Digital Video Broadcasting – Kabel“) empfangen Sie bei einem bestehenden Kabelvertrag mit einem Kabelnetzbetreiber. DVB-C bietet hierbei mit seinem digitalen Bild eine deutlich bessere Bildqualität, als der klassische PAL-Standard. Die meisten Kabelnetzbetreiber senden inzwischen die meisten TV-Sender schon im DVB-C-Standard.

DVB-S („Digital Video Broadcasting – Satellit“) benötigen Sie beim Fernsehempfang mit einer Satellitenschüssel. Die Integration dieses Modules erspart Ihnen, falls Sie Fernsehen über Satellit empfangen, ein zusätzliches Gerät am Fernseher aufzustellen.

IPTV („Internet Protocol TV“) ist ein Standard für den Fernsehempfang über das Internet. Hierbei streamen Sie Fernsehprogramme oder Filme von Anbietern wie Maxdome, Vodavone TV oder Entertain von der Telekom Deutschland GmbH. Für diese Empfangsart gibt es derzeit keine integrierten Receiver-Module, da die jeweiligen Anbieter ihre eigenen Authentifizierungs- sowie Ver- und Entschlüsselungsmethoden verwenden.

CI-Slot und CI+ ermöglicht das schauen von teilweise verschlüsseltem HD+ Fernsehsendern. Dies betrifft derzeit Sender wie Pro7 HD, RTL HD und so weiter. Das jeweilige CA-Modul (CI ist die Schnittstelle) erhalten Sie zur Miete oder zum Kauf bei einem zusätzlichen Vertragsabschluss eines HD+-Empfanges zum Beispiel bei Kabel Deutschland mit derzeit 18 HD-Sendern. Hier erhalten Sie dann eine Smartcard, die zur Entschlüsselung dient.

Unser Tipp:

  • Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft einen Fernseher mit iDTV oder einem Trippeltuner. Das bedeutet, dass der Fernseher bereits alle 3 Empfangsarten (DVB-T, DVB-C und DVB-S) beherrscht. Somit benötigen Sie weder einen externen Receiver, noch eine zweite Fernbedienung.
  • Achten Sie für den Fall der Fälle auch darauf, dass der Fernseher ein CI bzw. CI+-Slot besitzt, in dem ein CI-Modul nachgerüstet werden kann.

Energieverbrauch und weitere Funktionen

Das Energieverbrauchsetikett für Fernsehgeräte ähnelt denen, die Sie schon von Kühlschränken oder Waschmaschinen kennen und ist faktisch selbsterklärend. Zusätzlich zu den Angaben A bis G (wobei A, A+, A++ usw. einen sehr niedrigen Stromverbrauch kennzeichnet) zeigt das Etikett auch den Energieverbrauch pro Jahr (kWh/annum), der einen vierstündigen Betrieb pro Tag voraussetzt). Somit können Sie schnell errechnen, wie viel Ihr Fernseher „im Unterhalt“ an Stromkosten pro Jahr kostet.
HbbTV („Hybrid broadcasr broadband TV“) bedeutet, dass Sie wie mit ihrem Smartphone verfügbare App’s auf Ihrem Fernseher installieren können um so zum Beispiel Serien, Beiträge und Nachrichten individuell abrufen zu können. Dies setzt jedoch eine Internetverbdingung über beispielsweise Ihr Heim-Wlan voraus. Derzeit hat HbbTV nur einen bedingt guten Ruf, da diese Einfallstor für Schadsoftware im Heimnetzwerk sind. So wurden bereits Viren und ganze Bot-Netzwerke auf Fernsehern beobachtet. Da es an entsprechenden Schutzprogrammen mangelt, empfiehlt es sich bei seinen App’s und schließlich auch bei der Fernseh-Software regelmäßig Updates abzurufen. Wichtig ist, dass Ihr Fernseher ein Wlan-Modul bereits integriert hat. Externe Wlan-Module kosten bis zu 100 Euro und belegen einen USB-Anschluss.

3D-Fernsehen bedeutet, dass man zusätzlich zur Breite und Höhe auch in die Tiefe „sehen kann“. Derzeitige Fernseher bei denen Sie keine zusätzliche 3D-Brille benötigen sind entweder sehr teuer, oder die Qualität ist nicht ausreichend. Für einen bezahlbaren 3D-Fernsehgenuss benötigen Sie also eine 3D-Brille, die (je nach Qualität) ab 50 Euro zu Buche schlägt. Wer nach 3D-Sendern sucht, wird nur im Bereich der Pay-TV-Sender fündig. Ansonsten werden 3D-Filme häufig auf Blu-Ray angeboten, was aber einen entsprechenden 3D fähigen Blue-Ray-Player voraus setzt.

Unser Tipp:

  • Interessanter Weise haben große Geräte häufig eine sehr gute Energiebilanz. Die Energiebilanz ist hierbei aber „Makulatur“, da sich diese auf die Größe des Fernsehers bezieht. Achten Sie daher auf die tatsächliche Angabe des Energieverbrauches pro Jahr (kWh/annum).
  • Im Bereich 3D-Fernsehen, sollten Sie wenn Sie die Wahl haben, nicht darauf verzichten. 3D-Fernseher beinhalten oftmals die besseren Komponenten, als nicht 3D-fähige Fernseher. Bei 3D-Fernsehern gilt ganz besonders der Vorsatz, den Fernseher unbedingt vorher testen oder die Mehrheit der Kundenmeinungen berücksichtigen.
  • Entscheidend für 3D-Fernsehen ist, dass der Fernseher ein vernünftiges „pop in“ (Sie haben das Gefühl der räumlichen Tiefe) und ein gutes „pop out“ (Sie haben das Gefühl, dass einzelne 3D-Elemente des Filmes durch ihr Wohnzimmer fliegen) beherrscht.
  • Wichtig ist auch, welche Technik der Fernseher unterstützt. So gibt es die sogenannte Polfiltertechnik und Shuttertechnik. Für welche Technik Sie sich entscheiden bleibt ihnen überlassen. In jedem Fall sollten die Brillen ein ansprechendes Gewicht haben und bei aktiven Shutter-Brillen eine vernünftige Akkulaufzeit bieten.
  • Nicht zuletzt ist entscheidend, ob Sie den 3D-Effekte bei der eingesetzten Technik für angenehm oder unangenehm empfinden. Jeder nimmt das Bild anders wahr und es wäre unschön, wenn Sie das Bild als Flimmernd empfinden.

 

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